20. November 2017

Neumitglied David hat bei rund 40 Verwandten und Bekannten für die frischlinge geworben. Im Gespräch erzählt er nun von Tatendrang und Nichtstun, Margen und Marketing und warum er von den frischlingen begeistert ist.

Du bist voll begeistert von der Idee der frischlinge, wieso?
Aus zwei Gründen: Erstens finde ich das Konzept bestechend. Durch die tieferen Verkaufspreise werden auch Personen angesprochen, welche bei ihren bisherigen Einkäufen Entscheidungen vor allem aufgrund des Preises getroffen haben. Somit wird nachhaltiges Einkaufen grösseren Teilen der Bevölkerung ermöglicht. Bei Grossverteilern fliessen die Erträge aus den Margen zudem häufig ins Marketing mit Werbung, Aktionen, Sonderangeboten etc., was den Konsum unnötig ankurbelt und somit wiederum mehr foodwaste generiert. Die Frischlinge lösen dieses Problem elegant: Sie verzichten auf die Marge und das aggressive Marketing, vermeiden so unnötigen Konsumismus und vergünstigen die Produkte, wodurch mehr Leute nachhaltig einkaufen.

Der zweite Grund für meine Begeisterung liegt darin, dass Euer Tatendrang und Eure selbstbewusste Geradlinigkeit ein echter Lichtblick in der Nachhaltigkeitsdebatte sind. Politiker*Innen und Privatpersonen betonen oft, wie schwierig es sei, soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu erreichen. Damit rechtfertigen sie dann ihr Nichtstun. Die frischlinge zeigen mit ihrer kecken Art, dass es lediglich eine tolle Idee und etwas Motivation braucht, um einen Unterschied zu machen.

Du hast vielen Verwandten und Bekannten von uns erzählt. Machst Du das bei jedem nachhaltigen Projekt?
Nein. Ich erhalte fast täglich Newsletter und Infomails für nachhaltige Projekte oder Kampagnen, zum Beispiel von Greenpeace oder anderen tollen Organisationen. Diese leisten zwar wichtige Arbeit, doch die Geschichte der Umweltbewegung zeigt, dass sie alleine nicht ausreicht. Die frischlinge hingegen bringen eine revolutionäre Idee ein: Nicht profitorientiert, nachhaltig und trotzdem günstig. Von dieser Idee wollte ich unbedingt meinem Umfeld erzählen.

Was wünschst Du Dir in den Regalen unseres Ladens?
Ich hoffe, dass Nachhaltigkeit ernst genommen und durchdacht umgesetzt wird. Ich würde mich freuen über eine grosse Auswahl an pflanzlichen Proteinquellen, wie beispielsweise verschieden Sorten von Linsen und Kichererbsen. Eine üppige Auswahl an solch pflanzlichen Produkten erleichtert den Konsument*Innen den schrittweisen Übergang zum vegetarischen Lebensstil.

Möchtest Du den frischlingen noch etwas auf den Weg geben?
Ich finde es grossartig, wie ihr euer Projekt angeht. Eine junge, fünfköpfige, unkompliziert dynamische Truppe, welche die Dinge mit erfrischendem Mut selbst in die Hand nimmt. Ihr gründet eine Genossenschaft, pitcht euch in die Finalrunde der FHNW Startup-Challenge, setzt eine tolle Website auf und startet kurzentschlossen ein Fundraising über die eigene Homepage. Ich bin echt beeindruckt!
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ihr mit dieser frechen und unkonventionellen Art erfolgreich sein werdet. Die Umwelt und die zwischenmenschliche Solidarität würden davon nur profitieren.

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