21.Januar

Wir blicken zurück auf das erste Mitgliedertreffen mit spannenden Inputs und ein Besuch von unserem zukünftigen Oliven(-öl) Lieferanten…

Gut 30 Personen fanden den Weg ins BachserMärt Forum, wir hörten ermutigende, enthusiastische und auch kritische Stimmen – und dafür danken wir euch von Herzen!
Ein grosses Dankeschön gilt insbesondere auch dem wunderbaren Felix, der uns sein Projekt Lebensmittelkampagne vorgestellt und Olivenprodukte von Kleinbauern in Griechenland zur Degustation mitgebracht hat. Jetzt können wir erst recht sagen: Solche Projekte wollen wir unterstützen.

Felix (1.v.r.) erzählt über Oliven

Wo stehen wir?
Was von unserer Seite zum aktuellen Stand erzählt wurde, soll hier ganz kurz zusammengefasst sein:
– Wir suchen nun intensiv nach einem Lokal. Infrage kommen Objekte in den Kreisen 3,4,5 und 6, die nicht in unmittelbarer Nähe eines bestehenden Bioladens gelegen sind und eine Fläche zwischen 50 und 100 Quadratmetern aufweisen – und natürlich einen gewissen Charme haben.
– Wir bereiten uns auf ein Crowdfunding über die Platform 100.days vor. Sobald wir einen Vertrag für ein Ladenlokal unterschrieben haben, wollen wir mit der zweiten Finanzierungsrunde loslegen. Diese hat das Ziel, unser wünschenswertes Startkapital von 100’000 Franken zu erreichen. Damit könnten dann auch Investitionen wie Käsetheke, Kühlvitrine, Kaffeeecke und ein professionelles Kassensystem getätigt werden.
– Wir sind momentan daran, das Startsortiment zu erarbeiten. Dazu haben schon verschiedene Treffen mit möglichen Lieferanten stattgefunden. Wer Wünsche zum Sortiment anbringen will, kann das nach wie vor über unser Wunschbrett tun. Wer sich aktiv einbringen will, kann sich in der Arbeitsgruppe Sortiment eintragen.

3.Dezember

Im Interview blickt frischlings-Gründungsmitglied Fabian auf die ereignisreichen Wochen unserer ersten Finanzierungsrunde zurück und erzählt, was nun die nächsten Schritte sind. 

Fabian, in den letzten vier Wochen haben die frischlinge überwältigende Unterstützung erfahren. Was hat Dich am meisten überrascht oder begeistert?

Einerseits habe ich mich natürlich über die riesige Anzahl neuer Unterstützer*innen gefreut. Innerhalb von nur vier Wochen zählten wir rund 150 neue Genossenschafter*innen und Spender*innen in unserer Gemeinschaft. Das ist der Wahnsinn!
Was mich allerdings am meisten beeindruckt hat, war wie viele meiner Freunde und Verwandten, die durch mich oder andere Kanäle von unserem Projekt erfahren haben, ihrem eigenen Umfeld von den frischlingen erzählt haben. Und dies offenbar mit so viel Elan und Herzblut, dass viele dieser Menschen ebenfalls zu Unterstützern wurden. Das rührte mich und freute mich unglaublich fest. Zudem ist dies für mich eine weitere Bestätigung dafür, dass das Konzept «Mitgliederladen» auf grosses Interesse stösst.

Die finanzielle Basis steht nun. Kann man weiterhin Genossenschafter*in werden?
Ja, alle Menschen sind natürlich auch weiterhin herzlich dazu eingeladen, ebenfalls frischlinge zu werden. Als Genossenschafter*in ist man ein vollwertiger Teil des Ladens und kann entscheiden woher unsere Äpfel kommen, wie und wo wir an Anlässen präsent sind und ob wir Fenchel in unser Sortiment aufnehmen sollen. Es soll sich jedoch niemand verpflichtet fühlen, jeder und jede entscheidet selbst, in welchem Masse er sich einbringen möchte.

Was jetzt natürlich am meisten interessiert: Wie geht es nun weiter?
Jetzt gehts auf Lokalsuche! Da von der Grösse und dem Standort des Ladenlokals auch die Grösse unseres Sortiments und *die Kosten für Einrichtung und unsere monatlichen Ausgaben* abhängen, ist dies momentan der wichtigste Punkt auf unserer to-do-Liste. Nichtsdestotrotz beginnen wir natürlich bereits jetzt mit der Planung der anderen Aufgaben. Vor allem die Zusammenstellung des Basissortiments wird viel Zeit in Anspruch nehmen.

Und auf was freust Du Dich besonders?
Ich freue mich unglaublich fest auf die Auswahl unseres Startsortiments und die nachfolgende Degustation von jedem einzelnen Produkt – man muss ja wissen was man verkauft. Gleich dahinter kommt die Vorstellung davon, zum ersten Mal das Schild mit dem «Käse des Monats» zu beschriften.
Am allermeisten freue ich mich allerdings darauf, die ersten Kunden in unserem Laden zu begrüssen, der nun, dank der Unterstützung von Euch allen, Realität wird. Dafür danke ich Euch von ganzem Herzen!

27.November

„Essen teilen statt verkaufen“ ist die Vision von Bachsermärt-Gründer Patrick Honauer. Im Interview erklärt der Nachhaltigkeits-Pionier, wie das Vorhaben der frischlinge zu seiner Vision passt und wo er Herausforderungen in der Umsetzung sieht. 

Patrick, Du bist als Visionär bekannt. Wie stellst du dir die Ernährung der Stadt Zürich in 20 Jahren vor?
Ich wünsche mir für die Stadt Zürich, dass die Versorgung der Stadt weg von Läden in Richtung nachhaltiger Grundversorgung durch nichtkommerzielle Formen des Vertriebs von Essen geht.
Essen teilen statt verkaufen. Meine Vision ist, dass die Nahrungsversorgung als Allmende gedacht wird. Ein regional assoziativ zusammenwirkendes Feld kümmert sich ums nachhaltige Essen.
Wir brauchen zukünftig ein nichtindustrielles, entkommerzialisiertes neues Foodsystem. Wir bauen seit 18 Jahren daran, weltweit. Unser runder Tisch und das Forum sind Eckpfeiler darin.

Wie passen die frischlinge in diese Vision?
Die frischlinge verfolgen mit dem Mitgliederladen das Ziel der Partizipation und pflegen als Kultur den Dialog mit den Kundinnen und Kunden. Sie wollen für die Mitglieder den Charakter des Nahrungs-Business entschärfen.

Als Gründer der Bachsermärt-Kette kennst du dich mit dem Business in Zürich bestens aus. Unser Konzept unterscheidet sich jedoch vom Bachsermärt – wo siehst du Schwächen und Stärken der frischlinge?
Die Läden von Bachsermärt sind nur Mittel zum Zweck, um das Ziel einer neuen Versorgung zu realisieren. Unser Fokus ist auf der Stärkung der Kleinbauern der Umgebung Zürich-Unterland. Wir bilden weltweit nachhaltige regionale Lebensmittelnetzwerke. Die Stärken der frischlinge sehe ich in der Communitybildung. Herausfordernd wird werden, dass die Genossenschafterinnen und Genossenschafter langfristig auch als Arbeitskräfte partizipieren müssen, um dem Kostendruck in der Stadt Zürich standzuhalten.

Was würdest du dir von den frischlingen wünschen und welche Ratschläge kannst du uns auf den Weg geben?
Ich wünsche mir von den frischlingen, dass sie ein kollaboratives Netz aufbauen und die Zusammenarbeit mit den zum Thema Essen engagierten Menschen in der Stadt pflegen. Wo könnt ihr andocken? Ich rate euch, dass ihr den Pioniergeist behält und mutig an die Umsetzung geht, euch breitgefächert Unterstützung holt und euren eigenen Support anbietet.

20. November

Neumitglied David hat bei rund 40 Verwandten und Bekannten für die frischlinge geworben. Im Gespräch erzählt er nun von Tatendrang und Nichtstun, Margen und Marketing und warum er von den frischlingen begeistert ist.

Du bist voll begeistert von der Idee der frischlinge, wieso?
Aus zwei Gründen: Erstens finde ich das Konzept bestechend. Durch die tieferen Verkaufspreise werden auch Personen angesprochen, welche bei ihren bisherigen Einkäufen Entscheidungen vor allem aufgrund des Preises getroffen haben. Somit wird nachhaltiges Einkaufen grösseren Teilen der Bevölkerung ermöglicht. Bei Grossverteilern fliessen die Erträge aus den Margen zudem häufig ins Marketing mit Werbung, Aktionen, Sonderangeboten etc., was den Konsum unnötig ankurbelt und somit wiederum mehr foodwaste generiert. Die Frischlinge lösen dieses Problem elegant: Sie verzichten auf die Marge und das aggressive Marketing, vermeiden so unnötigen Konsumismus und vergünstigen die Produkte, wodurch mehr Leute nachhaltig einkaufen.

Der zweite Grund für meine Begeisterung liegt darin, dass Euer Tatendrang und Eure selbstbewusste Geradlinigkeit ein echter Lichtblick in der Nachhaltigkeitsdebatte sind. Politiker*Innen und Privatpersonen betonen oft, wie schwierig es sei, soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu erreichen. Damit rechtfertigen sie dann ihr Nichtstun. Die frischlinge zeigen mit ihrer kecken Art, dass es lediglich eine tolle Idee und etwas Motivation braucht, um einen Unterschied zu machen.

Du hast vielen Verwandten und Bekannten von uns erzählt. Machst Du das bei jedem nachhaltigen Projekt?
Nein. Ich erhalte fast täglich Newsletter und Infomails für nachhaltige Projekte oder Kampagnen, zum Beispiel von Greenpeace oder anderen tollen Organisationen. Diese leisten zwar wichtige Arbeit, doch die Geschichte der Umweltbewegung zeigt, dass sie alleine nicht ausreicht. Die frischlinge hingegen bringen eine revolutionäre Idee ein: Nicht profitorientiert, nachhaltig und trotzdem günstig. Von dieser Idee wollte ich unbedingt meinem Umfeld erzählen.

Was wünschst Du Dir in den Regalen unseres Ladens?
Ich hoffe, dass Nachhaltigkeit ernst genommen und durchdacht umgesetzt wird. Ich würde mich freuen über eine grosse Auswahl an pflanzlichen Proteinquellen, wie beispielsweise verschieden Sorten von Linsen und Kichererbsen. Eine üppige Auswahl an solch pflanzlichen Produkten erleichtert den Konsument*Innen den schrittweisen Übergang zum vegetarischen Lebensstil.

Möchtest Du den frischlingen noch etwas auf den Weg geben?
Ich finde es grossartig, wie ihr euer Projekt angeht. Eine junge, fünfköpfige, unkompliziert dynamische Truppe, welche die Dinge mit erfrischendem Mut selbst in die Hand nimmt. Ihr gründet eine Genossenschaft, pitcht euch in die Finalrunde der FHNW Startup-Challenge, setzt eine tolle Website auf und startet kurzentschlossen ein Fundraising über die eigene Homepage. Ich bin echt beeindruckt!
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ihr mit dieser frechen und unkonventionellen Art erfolgreich sein werdet. Die Umwelt und die zwischenmenschliche Solidarität würden davon nur profitieren.

11. November 2017

Ein frischling der allerersten Stunde im Interview: Alex erzählt von mutigen Ideen, grossen Träumen und was sie in der vergangenen Woche am meisten berührt hat. 

Alex, wann war der Moment, als du entschieden hast, dass Zürich einen Mitgliederladen braucht?
Ehrlich gesagt gibt es diesen einen Moment gar nicht. Zu Beginn waren die Sitzungen der frischlinge eher Abende mit Freunden, während denen wir uns über unsere Grundversorgung, kooperative Landwirtschaft und so weiter ausgetauscht haben. Dabei spielte natürlich das Konzept des Mitgliederladens, welches Simon und ich in Leipzig kennengelernt hatten, immer eine Rolle. Es kristallisierte sich aber erst mit der Zeit heraus, dass Zürich eine solche Form des Einkaufens noch fehlt – und die Zeit auch hier reif dafür ist!

Nun, zwei Jahre später, hat das Projekt so richtig Form angenommen und die grosse Unterstützung zeigt, dass viele andere Menschen auch an das Projekt glauben. Was bedeutet Dir das?
Das ist wunderbar! Es gibt mir, uns allen, Mut und Schwung, macht uns sicher auch etwas nervös. Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und sich das viele Herzblut lohnt. Ich glaube, die schönste Rückmeldung eines Neumitgliedes ist bisher: Braucht Mut, macht Mut. Das hat mich berührt.

Gab es auch Momente, in denen du Zweifel hattest, ob das alles möglich ist?
Zweifel gibt es immer wieder. Ich glaube, das kennt jeder, wenn man mit wichtigen Entscheidungen oder grosser Verantwortung konfrontiert ist. In diesen Momenten fühle ich mich aber durch unser super Team sehr gut gestützt. Und schliesslich findet man nur heraus, ob etwas möglich ist, wenn man es tatsächlich ausprobiert, oder?

Wo siehst Du die nächsten Herausforderungen und wie wollen die frischlinge diese meistern?
Wir versuchen, in kleinen Schritten zu denken und unsere Energien auf die derzeitigen Herausforderungen zu konzentrieren: neue Mitglieder für die frischlinge zu gewinnen und möglichst viele Leute von dieser Sache zu überzeugen! Klar blinzelt man ab und zu auf alles, was nachher kommen mag: Lokalsuche, Quartiervernetzung, Sortimentsgestaltung, und so weiter… Doch zuerst müssen wir uns sicher sein, dass die finanzielle Basis steht.

Und wo siehst du die frischlinge in zwei Jahren?
Oh, das ist eine schöne Frage! Das Träumen darf bei all der Knochenarbeit nämlich nicht zu kurz kommen. Die frischlinge sind in zwei Jahren eine lebendige Genossenschaft, die mit Käsedegustationen das Quartier belebt und durch regelmässige Besuche bei den Produzentinnen den Austausch zwischen Stadt und Land fördern kann. Wir hoffen, durch ein sorgfältig ausgewähltes Sortiment und die frischlinge-Gemeinschaft auch Menschen zu erreichen, welche sich bisher wenig mit Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben. Dann würde ich feiern und sagen: wow, Wahnsinn, was aus einer Idee und einer Handvoll engagierter Menschen alles entstehen kann!

04. November 2017

>> ES GEHT LOS! <<

Voller Freude und Stolz – und ein bisschen erschöpft – dürfen wir Euch endlich unsere neue Website zeigen! Aber das ist noch nicht alles… Damit ist heute offiziell unsere Fundraising Kampagne gestartet, sprich: Ihr könnt/dürft/sollt ab sofort Genossenschaftsmitglieder werden! Wir sind ganz aufgeregt und freudig, schon bald weitere frischlinge begrüssen zu dürfen! Vielleicht dich?

11. Oktober 2017

Das Resultat der Swiss Startup Challenge ist eben eingetroffen: Leider haben es die frischlinge nicht auf’s Treppchen geschafft. Wir blicken zurück auf die spannende Zeit in diesem Wettbewerb, die Workshops und Coaching-Stunden, und sagen Danke – den Organisator*innen, Coaches und den andere Teilnehmer*innen für den spannenden Austausch und die wertvollen Inputs!